Doppelsieg bei Deutschlandrallye
(gpp) – Mit einem fulminanten Doppelsieg endete der jüngste Auftritt dreier Teams der sächsischen Rallye-Schmiede von Schmack-Motorsport bei der zur Rallye-Weltmeisterschaft zählenden OMV-ADAC-Rallye Deutschland mit Start und Ziel in der Porta Nigra-Stadt Trier. Die Paarungen Peter Zehetmaier/Jürgen Breuer (Rosenheim/Gaildorf) und Michael Abendroth/Mike Müller (Dortmund/Schönfeld) belegten in der lange und heiß umkämpften Klasse der seriennahen Fahrzeuge bis 2000 ccm Hubraum mit den schnellen und standfesten Schmack-HONDA-Civic Type-R nach drei „anstrengenden und anspruchsvollen“ Rallye-Tagen die Plätze eins und zwei, und das Schmack-Motorsport Junior-Team Michael Windmüller/Stephan Jäckel (beide Gaildorf) verpasste den dritten Platz auf dem Siegertreppchen lediglich wegen eines Reifenschadens am Freitagabend und des damit verbundenen „über Gebühr großen“ Zeitverlustes.
Die Routiniers Zehetmaier/Breuer waren in den ersten der insgesamt drei Rallye-Tage sofort mit einer Serie von Klassenbestzeiten gestartet und hatten sich nach einer zweitbesten Zeit gleich noch einmal drei Bestzeiten und damit von Anbeginn an die souveräne Führung in der Klasse gesichert. Lediglich in der letzten Wertungsprüfung (WP) des ersten Tages bremste ein Plattfuß die schnelle Gangart des bayerisch – baden-württembergischen Duos, „aber wir konnten uns noch aus der Prüfung retten und hatten fast keinen nennenswerten Zeitverlust!“ Die beiden anderen Teams, Abendroth/Müller und Windmüller/Jäckel kämpften zunächst mit ihren Mitbewerbern und teils sogar gegen einander um die Plätze neben dem Siegerpodest, wobei vor allem Junior Michael Windmüller mit schnellen Zeiten aufhorchen ließ. Auch er hatte in der letzten WP des Freitages dann noch einen Reifenschaden, allerdings mussten Windmüller und Copilot Stephan Jäckel den defekten Pneu noch in der Prüfung wechseln, „dabei rutschte uns das Auto vom Wagenheber und wir verloren über fünf Minuten wertvollste Zeit“, ärgerten sich die beiden im abendlichen Etappenziel. Dort wechselte die Schmack´schen Servicetruppe zudem das Getriebe, da der dritte Gang während des Tages seinen Dienst aufgekündigt hatte.
Der zweite Rallyetag begann nicht nur mit strömendem Regen sondern beinhaltete auch zwei Unfälle der weltbesten Rallyepiloten, weswegen zwei der insgesamt neun WP`s des Samstages nicht gewertet werden konnten. Zehetmaier/Breuer ließen sich davon aber nur unwesentlich beeindrucken, setzten auch an diesem Tag nicht weniger als sieben (!) WP-Bestzeiten und zementierten damit ihren Anspruch auf den Klassensieg bei Deutschlands wichtigster und bedeutendster Rallye. Rallye-Challenge-Teilnehmer Michael Abendroth und Copilot Mike Müller setzten ihr persönliches Highlight mit einer WP-Bestzeit in der Auftakt-Prüfung des Samstages, arbeiteten sich im Verlauf des Tages mit zweiten und dritten Zeiten zunächst auf Platz drei nach vorne und eroberten bis zum Ende des Tages sogar den zweiten Platz hinter ihren Marken- und Teamkollegen. Windmüller/Jäckel fuhren sich mit erneut schnellen Zeiten buchstäblich die ´Seele aus dem Leib` um von ihrem Rückstand „hie und da“ ein paar Sekunden ´abzufeilen`, „aber letztlich bist Du mit über fünf Minuten Rückstand unwiderruflich ´weg vom Fenster`!“ Allerdings erhielten sie am abendlichen Service des Samstages das in der Zwischenzeit reparierte Getriebe wieder zurück und konnten für die restlichen Prüfungen des Sonntages damit auch wieder über eine Differentialsperre verfügen.
Am dritten Rallyetag nahmen Zehetmaier/Breuer das Tempo etwas zurück, erzielten zwar immer noch drei WP-Bestzeiten und drei zweite Plätze, sicherten sich aber am Ende überaus souverän, „nie gefährdet“ und unangefochten den Sieg in der Klasse der seriennahen Zwei-Liter-Fahrzeuge vor ihren Team- und Markenkollegen Michael Abendroth/Mike Müller, die an diesem Tag ihren Anspruch auf den zweiten Platz in der Klasse mit weiteren, konstant schnellen Zeiten ebenfalls verfestigten. Eine tolle Leistungssteigerung mit dem reparierten Getriebe zeigten die Junioren Michael Windmüller und Stephan Jäckel, die an diesem Tag viermal die drittschnellste Zeit erzielten und sich damit doch noch „zumindest auf den vierten Platz“ in ihrer Klasse nach vorne arbeiteten.
„Damit haben wir nicht nur erneut unsere Leistungsfähigkeit nachdrücklich unter Beweis gestellt“, freute sich auch und vor allem Teamchef Manfred Schmack (Konradsreuth) am späten Sonntagnachmittag „beim Jubeln“ an der Trierer Porta Nigra „sondern damit vor allem unser bisheriges Highlight im Rallyesport erreicht!“
„Wenn man noch dazu bedenkt, dass auf den überaus schmierigen Strecken - etwa des Samstages - an keinem der drei Autos nennenswerte Beschädigungen aufgetreten sind – ein Traum schlechthin!“
Doch allzu lange hat man in Plauen gar nicht Zeit zum Träumen, denn schon am übernächsten Wochenende, am 3. und 4. September, holt die Truppe um Manfred Schmack die Wirklichkeit in Form des vorletzten Laufes um die Deutsche Rallyemeisterschaft, nämlich der ADAC-CASTROL-Rallye Thüringen mit Start und Ziel in Pößneck, wieder ein „und uns damit zurück in die Realität!“